Freitag, 13. Juli 2007

Ja, er lebt noch!

Bevor der Tagesbericht beginnt, möchten wir uns erstmal ganz herzlich für eure lieben Kommentare und emails bedanken! Es ist wunderbar zu wissen, dass ihr alle da draussen mit uns fühlt und in Gedanken bei uns seid! Durch euch erleben wir jeden Tag intensiver, weil wir immer daran denken, was es am Abend im Blog zu berichten gibt.
leider haben wir weder einen richtigen Internetzugang noch haben wir ein Internetcafe gefunden. Alles, womit wir mit euch kommunizieren ist ein besseres Handy mit einer deutschen Telefonkarte. deshalb seid bitte nicht böse, wenn wir z.Zt. eure Kommentare und emails nicht beantworten. (bei Düsters stecken wir bei der Beantwortung in Uraltschulden)
Weil wir den Blog so primitiv füttern, können wir auch vorerst keine Fotos reinstellen. Sobald wir ein Internetcafe entdeckt haben, stellen wir aktuelle Bilder ein.
Aber jetzt zum Tag. Das Wichtigste vorab: Persson lebt! Uns ging es wie vielen von euch, wir hatten uns Gedanken gemacht. Heute aber stand er plötzlich vor der Tür und plapperte munter ins seinem schwedischen Dialekt herum, dass uns die Ohren schlackerten.wir hatten natürlich viele Fragen: Wo bekommt man Schafe, Katzen, Milch frisch von der Kuh, Mistwürmer, etc. her. Als Antwort lud er uns in sein Auto und fuhr mit uns nach Ljusbodarna in die berühmte Sennerei, von der wir schon erzählt hatten. Die wird dieses Jahr von FSJlern betrieben und von einer Frau in unserem Alter überwacht. Sie heißt Pauline und ist schon weit in der Welt herumgekommen. Um es kurz zu machen: Sie kennt sich aus mit der Herstellung von Schafskäse :o)))) , besorgt uns eine Katze, kann uns im Frühjahr Lämmer verkaufen und bringt uns Bio-Milch wann immer wir sie brauchen. Manchmal kommt man sich echt vor wie im Märchen...
Aber eigentlich haben wir heute fast den gesamten Tag gemacht, was wir schon in Zwickau gemacht haben - gemalert. Unser "Wohnzimmer" wird allmählich wohnlicher. Wenn erst noch das Laminat liegt...!
Falls sich jemand fragt, wie wir die hygienischen Dinge so bewältigen. Bis die Klärgrube gebaut ist benutzen wir ein Chemieklo. Das ist zwar "Stilbruch" aber besser, als in den Plastesack zu ... wie es unsere Vorbewohner machten. Unsere Dusche ist ein schwarzer 20-Liter Wassersack, der den ganzen Tag in der Sonne liegt. abends wird er dann irgendwo hingehangen und man kann sich prima duschen. Was natürlich heißt, keine Sonne - keine warme Dusche.
Wegen der Mäusefäule in der Quelle: keine Sorge, wir nutzen das Wasser z.zt. Überhaupt nicht. das wäre uns zu gefährlich. Es scheint, als ob wir heute die letzen größeren Mäusebausteine geborgen haben. (Ich kann mir bei einigen von euch die Gesichter beim Lesen gut vorstellen. Stimmts, Einheitsoße? ;-) ) Winzig kleine Partikel sind aber bestimmt noch am Grund. Deshalb besorgen wir uns eine Pumpe und saugen damit den Boden der Quelle ab. Das Wasser bleibt aber für uns erstmal tabu, weshalb wir heute morgen an den Djursjön gefahren sind und dort unsere Kanister gefüllt haben. Was für ein Erlebnis: ein riesengroßer See, aber zu klein für jede Schwedenkarte, liegt still in der Sonne, kein Mensch weit und breit und wir stehen bis zum Knie im relativ warmen Wasser. Beinahe wäre mir der blödeste Spruch der RTL-Auswander über die Lippen gekommen. Ich meine den mit der Arbeit und dem Urlaub. Ich konnte mich aber noch bremsen. :o)
Mal sehen, ob wir jetzt, wie gestern Abend, Schwedisch lernen durch Lesen der Werbepost.
Morgen Mittag sind wir zum Geburtstagsessen eingeladen und abends wird mit den Wikingern in der Brandstation (wie zutreffend) beim Dorffest gezecht.
Das Leben im Norden ist zumindest im Sommer echt "härligt".

Donnerstag, 12. Juli 2007

Mäuse-Titanic

Das war heute ein Tag!
Nach einer Nacht mit komatösen Schlaf (trotz der fast permanenten Helligkeit) sind wir heute Morgen gegen halb Neun aufgestanden und haben lecker mit "Bregott" gefrühstückt.
Auf dem Weg in die Stadt standen 2 halbstarke Elche und wollten sich von uns nicht anmachen lassen.
Als wir in der Stadt unseren ganzen Mut zusammennahmen und eine Marktfrau nach dem Weg zur Post fragten, kamen wir gerade 3 Worte weit. Dann sagte die nette Dame: "Sind sie Deutsche?" und erklärte uns lang und breit, wie das schwedische Postsystem funktioniert. gelernt hatte sie ihr Deutsch - in der Schule! Stellt euch mal vor, ihr müsstet einem Russen etwas über die deutsche Post erzählen!
Ein anderes leidiges Thema: die Quelle! Als wir heute morgen den Wasserzustzandstand prüften, stellten wir fest, dass nicht nur 2 Mäuse ertrunken waren, sondern dass es wohl eine Mäuse-Titanic gewesen sein muss, die da untergegangen ist. Mind. 5 weitere Nager in fortgeschrittenem Zerfallstadium liegen am Grund der Quelle und lassen sich nur stückchenweise aus dem Wasser fischen. Für heute haben wir genug Mausersatzteile geangelt. Mal sehen, was morgen noch da ist. Dumm ist nur, das uns damit das Brauchwasser fehlt. Wir mussten es aus dem Siljansee holen.
Am Nachmittag standen plötzlich Perssons Pferde auf unserem Grundstück und fraßen sich langsam in Richtung unserer mitgebrachten Pflanzen. Aber mit etwas Überzeugungsarbeit haben sie sich wieder in der Wald verzogen.
Es gäbe noch viel zu berichten von freundlichen Schweden, vom wechselhaften Wetter, usw. aber das werde ich einfach später mal tun.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Framme i Sverige (Angekommen)

Geschafft! :o)
Gegen 15:30 Uhr sind wir auf unserem Grundstück angekommen. Ohne Panne! Danke, Bernhard, für die Reparatur vom letzten Donnerstag! Der alte Schnaufer ist klaglos und ohne Murren stoisch seine 1000km gefahren. ALLES ist heil angekommen, auch die Pflanzen. Jetzt erholen sich Tobinambur & Co. an der guten schwedischen Luft.
Die Fährfahrt war ruhig. Wie immer spürt man die Einfahrt in den Skagerat, aber es war erträglich. Heute morgen waren wir fast die ersten, die von der Fähre fahren durften und wurden vom Zoll heftig ignoriert.
Durch Oslo war die Fahrt mit Hänger auch etwas nervig, aber wir hatten ja seit langem mal wieder in einem richtigen Bett geschlafen und waren gut ausgeruht.
Inzwischen ist das Gepäck schon verstaut, wir haben vor der Stuga gegessen und unsere Fenster haben sogar schon Vorhänge. Es ist nicht zu übersehen - es geht wieder bergauf!
In unsere Quelle hatten sich 2 Mäuse hingerichtet. Das war weniger schön. Persson (der einzige Nachbar) hat sich noch nicht blicken lassen. Seltsam.
Jetzt erstmal ein "Gut's Nächtle" an euch. Wir hören bald wieder voneinander.

kein deutscher Boden...

... mehr unter unseren Füßen - nur noch deutsches Wasser. :-) Die Fähre hat abgelegt und es ist ein saudoofes Gefühl! Irgendjemand hat vergessen, das Rückfahrticket zu kaufen.
Ich habe keinen Bock drauf, jetzt schwülstige Worte loszuwerden, wie sie die RTL-Auswanderer benutzen, aber ab diesem Punkt hier zählen andere Qualitäten als Hochschulbildung oder sonstige "Karriereschritte". Ab hier wirds existentiell.
Naja, doch "gelabert". Sorry!
Also, wir sind dann mal weg! *Schnüff* ...

Dienstag, 10. Juli 2007

1. Etappe geschafft

Ich hatte es ihm nicht zugetraut, aber der alte Schnaufer hat uns souverän nach Kiel gebracht. Seit 01:30Uhr stehen wir auf dem Oslofährenstellplatz am Norwegenkai in Kiel. Die Fahrt dauerte nur 7,5 Stunden.
Das Leerräumen der Wohnung dauerte doch sehr lange und war ziemlich anstrengend, so dass wir erst gegen 18:00 daheim loskamen.
Danke für die vielen lieben Glückwünsche per Kommentar, per Telefon und per SMS!!! Ihr gebt uns Mut und nachden vielen anstrengenden Wochen können wir den gut gebrauchen. Es ist unerwartet hart, euch in Deutschland zurück zu lassen. Vor allem nach den vielfältigen Formen der Hilfe, die wir von Euch erhalten haben. Wir sehen uns!!!!!
Gleich werden wir einen Schlafplatztausch machen, dann mach ich mich auf der Rückbank lang und kann hoffentlich etwas schlafen. Wir melden uns von der Fähre!

Montag, 9. Juli 2007

Letzte Arbeiten

Beim Einwohnermeldeamt haben wir uns abgemeldet, der letzte Müll ist
entsorgt, jetzt noch den Hänger und das Auto beladen und dann ab in
den Norden. Wir melden uns von unterwegs.

Samstag, 7. Juli 2007

Blau sucht Gelb


Wir konnten der Versuchung nicht wider- stehen: eine dunkelblaue Plane! Das schreit ja förmlich danach mit einem gelben Kreuz abgeklebt zu werden.
Was ist sonst noch passiert? Der Oberbürgermeister hat uns gestern die Hand gedrückt. Dann können wir ja beruhigt gehen. ;-)
Heute ist großer Abiturball und übermorgen fahren wir schon los. Übermorgen! Nach all den Jahren und Monaten der Vorbereitung klingt das sehr unwirklich.
Und immer wieder Verabschiedungen. Das zieht einen so zu Boden.
Dafür haben wir für das allererste Wochenende in Schweden schon eine Einladung zum Dorffest erhalten. Gefeiert wird in der alten "Brandstation". Dort, wo wir im letzten Jahr zusammen mit den Schweden das WM-Spiel Deutschland-Schweden gesehen haben. Hoffentlich verhauen sie uns nicht nachträglich noch. ;-) Vielleicht können wir von diesem Fest ein paar Bilder in den Blog stellen. Das hängt allerdings davon ab, ob und wo wir einen Internetzugang bekommen.